Rothenbuch - RÄUBERpfad "Natur trifft Geschichte"
- Heiko
- 6. Mai 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Mai 2024
Kurzübersicht der Tour
Ausgangsort und Ziel:
Typ:
Rundwanderung
Gehzeit:
ca. 3,5 Stunden
Höhendifferenz:
↑ 330m ↓ 330m
Weglänge (gesamt):
ca. 13,5 km
Anfahrt:
PKW: Maria-Stern-Platz (Anfahrt)
ÖPNV: Bus (Fahrplan)
Schwierigkeit:
mittel
Zur heutigen Runde fahre ich mit dem Auto nach Rothenbuch. Ich habe mich entschlossen den RÄUBERpfad "Natur trifft Geschichte" zu wandern. Direkt zu Beginn besuche ich den kleinen Bauerngarten, der direkt an den Parkplatz grenzt. Ein schön angelegtes Kleinod. Nun geht's aber los. Ich folge dem Wegweiser des Räuberpfads im Uhrzeigersinn und muss gleich am Anfang feststellen, dass der Weg leider sehr, sehr schlecht markiert ist. Zum Glück nutze ich auf meinen Wanderungen immer die Outdoor-App "Komoot", mit deren Hilfe ich weiterlaufen kann. Vorbei an einem Weiher, über die Straße und hoch zum Friedhof wandere ich auf dem Spessartweg 1, der gemeinsam mit dem RÄUBERpfad verläuft. Es geht auf einem links und rechts mit Bäumen gesäumten Feldweg hinauf. Es bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf Rothenbuch. Oben am Waldrand angekommen, setze ich mich erstmal auf eine Bank und genieße die Sonne und die Ruhe. Nach der Ruhepause geht meine Wanderung auf einem schönen Pfad weiter. Bald darauf komme ich an einer imposanten, alten Weißtanne vorbei, die direkt am Weg steht. Alte Bäume faszinieren mich, deshalb schaue ich mir diese Tanne etwas genauer an und schätze Umfang und Höhe. Am Ende komme ich auf einen Umfang von ca. 3,60 m und einer Höhe von ca. 33 m. Ob das hinkommt? Naja, es geht weiter, ein paar Minuten später stehe ich vor dem Niklaskreuz, das bereits 500 Jahre alt sein soll.
Am Standort des Niklaskreuzes treffen sich zahlreiche Wanderwege, die durch den schönen Spessart führen. Erstmal mache ich mich wieder auf die Suche nach einem Wegweiser. Man ist sich dann immer doch ein wenig unsicher bei den vielen Wegemöglichkeiten, die es hier gibt, welcher der richtige Weg ist. Aber leider nichts: Kein Wegweiser zu finden. Sehr ärgerlich. Den richtigen Weg finde ich trotzdem, laufe einen Waldweg hinunter, der bald darauf zu einem Schotterweg wird. Dieser führt mich schnurgerade (is a bisserl langweilig dieser Abschnitt) bis hinunter zum Bomigsee. Hinter dem See biege ich nach rechts ab, um auf der anderen Seite des Mäusbachtals hinunterzuwandern. Ca. 2 km weiter erreiche ich die Eichenseen. Zwischen den Seen laufe ich nach links. Parallel zur Straße verläuft der RÄUBERpfad weiter. Oberhalb der Lichtenau geht es sehr steil bergab und ich komme am Gasthaus im Hochspessart aus dem Wald.
Blick ins Mäusbachtal 🤩
Leider ist das Gasthaus nur noch freitags und samstags geöffnet, und man sollte reservieren. Ich habe eine Anekdote zum Gasthaus im Hochspessart, Kurt Tucholsky kam auf seiner Wanderung durch den Spessart vorbei und soll dort diesen Satz gesagt haben:
"Die Perle des Spessarts. Dies ist nicht das Wirtshaus im Spessart, das liegt in Rohrbrunn - aber wir nennen das um. Hier ist es richtig."
An der Straße, die durch das Hafenlohrtal führt, laufe ich kurz entlang (hinter der Leitplanke) und biege nach links ins Tal ab. Links vom Weg entdecke ich in der Ferne den "Hohen Knuck". Auch dieses Gasthaus hat leider im letzten Jahr für immer seine Türen geschlossen. Was wirklich sehr schade ist! Der Weg führt mich durchs Tal auf die andere Seite. Oberhalb des Naturschutzgebietes (hier im Hafenlohrtal ist der Weg übrigens gut markiert 🤷) gehe ich weiter in Richtung des Bohlenstegs. Ein paar Minuten später zweigt der Weg nach rechts auf einen Pfad ab und führt mich ins Naturschutzgebiet und zum Steg. Es ist so toll hier. Für mich immer noch unbegreiflich, wie die Regierung auf die absurde Idee kam, dieses tolle Tal zu überfluten und einen Speichersee zu bauen. Gott sei Dank wurde das nicht umgesetzt. Als ich den Bohlensteg hinter mir gelassen habe, folge ich dem Weg auf der anderen Seite des Tals und erreiche bald darauf wieder den Eichensee. Hier mache ich Rast und vespere.
Der Bohlensteg im Hafenlohrtal
Vom Eichensee führt der Weg links bergauf. Hier teilt sich der RÄUBERpfad den Weg mit dem Hasenstabweg. Apropos Weg, der ist auf diesem Teil ziemlich ramponiert, da die Forstwirtschaft hier einige Eichen und Buchen aus dem Forst geholt hat. Es steht dort ein Schild, dass der Weg bald wieder hergerichtet wird. Ich will es hoffen!
Es geht hoch, zurück Richtung Rothenbuch. Alles ziemlich unspektakulär. Oben angekommen trete ich aus dem Wald und komme auf einen Feldweg, der waldseitig von Ästen überragt wird. Weiter geradeaus wandere ich und gelange wieder auf einen Alleenweg, ähnlich wie zu Beginn der Wanderung. Ich finde, das haben sie toll angelegt. Kurz darauf komme ich zu einer Mariengrotte, von der man nochmals einen wunderschönen Blick auf das Dorf hat. Über einen Pfad steige ich nun in die Ortschaft ab. Bald stehe ich vor dem Rothenbucher Schloss. Am Schloss entspringt übrigens die Hafenlohr. Das Schloss wurde bereits 1318 erstmals erwähnt und seitdem immer wieder erweitert und umgebaut. Direkt davor steht die Skulptur von Johann Adam Hasenstab, dem Erzwilddieb des Spessarts, der hier in Rothenbuch geboren wurde. Nachdem ich die dortigen Infotafeln (sehr interessant) gelesen habe, gehe ich weiter und stehe kurz darauf vor meinem Auto.
Schön wars, trotz aller Widrigkeiten!
Fazit:
Der RÄUBERpfad "Natur trifft Geschichte" macht seinem Namen alle Ehre. Man trifft immer wieder auf viele interessante geschichtliche Sehenswürdigkeiten, die von der schönen Natur im Spessart unterstrichen werden. Zwischendurch gibt es auch mal den einen oder anderen langweiligen Teil, aber die Highlights dieser Runde wiegen es auf.
Info:
Die stellenweise schlechte Wegemarkierung habe ich dem Touristikverband e.V. RÄUBERLAND gemeldet und hoffe, dass es bald geprüft und neu markiert wird.
Einkehrmöglichkeiten:
Leider unterwegs keine, am Ende besteht aber die Möglichkeit hier einzukehren:
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Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden nicht beeinflusst.
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